"Judo, der Sanfte Weg"

Selbstverteidigung und Selbstverteidigungssysteme gibt es, solange die Menschen leben und durch den Kampf Mann gegen Mann ihre Probleme zu lösen versuchen. Systemen, die mehr oder weniger auf die urige Kraft der in ihrer Blüte stehenden Männer vertrauten (genannt seien hier das isländische Glima-Ringen, das Schweizer Schwingen und die vielen Formen des Ringens im Vorderen Orient), stehen Formen gegenüber, die mehr auf Geschicklichkeit und Schnelligkeit in Verbindung mit den Hebelgesetzen basieren. Bei den deutschen Landsknechten des Mittelalters und bei den japanischen SAMURAI der gleichen Zeit kam dazu noch eine profunde Kenntnis der schwachen Stellen des menschlichen Körpers.

Während die lebensnotwendige Brauchkunst der Landsknechte mit deren Verschwinden in Vergessenheit geriet, überlebte die Selbstverteidigungskunst der SAMURAI ihre Träger und lässt noch heute ihren Einfluss im Judo-Sport erkennen. Ähnlich den deutschen Fechtmeistern etablierten sich an den Höfen der Feudalherren in Japan Meister der Selbstverteidigungskunst, die die Aufgabe hatten, die SAMURAI in der Kunst des Nahkampfes mit und ohne Waffen zu unterrichten. Jeder Meister, jede Schule hatte sich auf einige Griffe und bestimmte Prinzipien spezialisiert und hütete eifersüchtig das Geheimnis ihrer Technik.

Wenn auch die Schüler ihren Meister und die ganze Kunst oft dadurch in Misskredit brachten, dass sie die erlernten Griffe an harmlosen Bürgern in einem provozierten Streit ausprobierten, blühten diese Schulen doch so lange, wie das seit dem 16. Jahrhundert etablierte Feudalsystem sich halten konnte. Ihre Stunde schien geschlagen, als mit der MEIJE-Restauration (1867) nicht nur den SAMURAI Privilegien genommen wurde, sondern auch eine nachhaltige Begeisterung für alles Westliche die Beschäftigung mit den traditionellen Künsten als rückständigen ließ.

Jigoro Kano

Jigoro Kanowurde am 28. Oktober 1860 in der Hafenstadt MIKAGE bei KOBE als Letzter von drei Söhnen geboren. Von 1871 bis 1873 besuchte Kano Privatschulen in Tokio. Dort erhielt er speziellen Unterricht in Englisch und Deutsch. 1874 besuchte er die Tokioter Schule für Fremdsprachen und von 1875 an die Kaisei - Schule.
Von 1878 bis 1881 studierte er an der kaiserlichen Universität Tokio, Zuerst inskribierte er die Fachrichtungen Literatur, Staatskunde und Staatswirtschaftslehre, mit der Absicht eine Karriere als Staatsmann und Politiker anzustreben. Als ihm aber klar wurde, dass er nicht zum Politiker geeignet sei, wechselte er die Fakultät und studierte Philosophie, Ethik und Körperertüchtigung. Im Mai des Jahres 1882 gründete er in Tokio im Tempel EISHO (-JI) sein erstes DOJO. Kano gestaltete den größten der vier Räume für seinen Zweck um und legte ihn mit zwölf Matten aus. An die Eingangstür schrieb er drei kleine, damals noch unbedeutende Zeichen, nämlich KO - DO - KAN.


Judogeschichte aus Österreich

Karl Bauer, ein Sportlehrer aus Wien, versuchte bereits 1912, JU-JITSU in unserm Land zu verbreiten, Bauer war Trainer beim "Wiener Athletik - Clup" (WAC). Auch in Oberösterreich gab es Lebenszeichen des JU-JITSU. in gewisser Herr Rumanob unterrichtete im Jahre 1912 bei der Sicherheitswache in Linz "DZIU-DZIDSCHU". Im Jahre 1924 wurde beim Sportverein "Wiener Verkehrsbetriebe" die ersten JU-JITSU - Sektion durch Leopold Wunsch gegründet, die auch heute noch besteht.

Im Zuge seiner Europareise besuchte Prof. Jigoro Kano mit seinen beiden Assistenten KOTANI und TAKASAKI 1933  auch Wien und demonstrierte in der Sportschule von Otto Klimek, "1. Österr. JIU-JITSU - Klub", erstmals Judo in höchster Vollendung. Im Jahre 1948 begann mit dem Austritt aus dem Kraftsportverband und der Gründung des "Österreichischen Amateur - JUDO - Verbandes" die eigenständige Entwicklung der Judobewegung in Österreich. Bei der Generalversammlung am 25.Jänner 1955 wurde die Umbenennung des Österreichischen Amateur - JUDO - Verbandes in den "Österreichischen JUDO - Verband (ÖJV)" beschlossen.

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